Kategorie: Gewinner

Wunschträume: Seelenreise #1 – Kari Lessir

Published / by Katharina Gerlach / 3 Kommentare zu Wunschträume: Seelenreise #1 – Kari Lessir
Achtung: Dies ist ein Härtetest, der nicht mit einer Rezension verwechselt werden darf. Für eine Rezension lese ich den ganzen Text, bevor ich ihn beurteile. Der SoS-Test entspricht im Prinzip dem, was der Lektor eines Verlages tut, dessen Hauptaufgabe das Aussortieren von Manuskripten ist.

Wunschträume: Seelenreise #1 - Kari Lessir | Spannung ohne StolpersteineHeute sehen wir, dass mir selbst ein Text gefallen kann, dessen Anfang kaum erkennbare Fantasy-Elemente hat und der eindeutig esoterisch geprägt ist (übrigens auf eine angenehm unaufdringliche Art ohne abgedreht zu sein).

Der Anfang der Geschichte: Zwei Freundinnen stellen fest, dass sie endlich wieder Männer brauchen, am besten je einen für’s ganze Leben. Doch das hat bisher nicht geklappt. Also schreibt Crissy, die Hauptperson, einen Wunsch in ihr Wunschbuch. Alles, was sie bisher dort hineingeschrieben hat, ist in Erfüllung gegangen, also hofft sie auch dieses Mal. Zunächst klappt es nicht, doch als sie den Wunsch ein wenig präzisiert, taucht sofort ihr Traummann auf. Nur, dass er anders ist, als sie ihn haben wollte.

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Stolperstein #1: Klischees

Analyse: Das erste Klischee, das auftaucht, ist Mia, Crissys pummelige Freundin, die mal wieder auf Diät ist. Da habe ich ein wenig mit den Zähnen geknirscht, es aber durchgehen lassen, weil sich Mia im Verlauf des Anfangs als Persönlichkeit profiliert. Aber dann sprachen Mia und Crissy über Crissys ehemalige Lover. Und da wurde Klischee auf Klischee gehäuft (). Das gab dann doch einen Stolperstein, denn das war mir zu viel des Platten. Da hätte die Autorin auch bessere Beispiele finden können.

Kudo #1: Titelbild

Analyse: Das Titelbild ist einmalig schön und passt sehr gut zur Geschichte (soweit ich sie bisher gelesen habe).

Kudo #1: Esoterik

Analyse: Wer sich auf dieses Buch einlässt, sollte für ein wenig Esoterik offen sein, die ich aber bisher nicht als störend sondern als bereichernd empfand. Es kommt halt wie bei allen Themen darauf an, wie man sie verpackt. Der Autorin gelingt der Spagat zwischen Liebesgeschichte und seelischem Wachstum, ohne dass ich dabei den Spaß verliere. Das nenne ich gelungen.

Windsbraut – Regina Mengel

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Achtung: Dies ist ein Härtetest, der nicht mit einer Rezension verwechselt werden darf. Für eine Rezension lese ich den ganzen Text, bevor ich ihn beurteile. Der SoS-Test entspricht im Prinzip dem, was der Lektor eines Verlages tut, dessen Hauptaufgabe das Aussortieren von Manuskripten ist.

Windsbraut - Regina mengel | Spannung ohne StolpersteineHeute sehen wir, dass auch eine spannende Geschichte gelegentlich ruckelt, was aber das Lesevergnügen nicht beeinträchtigt.

Der Anfang der Geschichte: Eine sehr junge Windsbraut trainiert, auf den Winden zu reiten, und gerät dabei in Schwierigkeiten. Schließlich gelingt es ihr, den Boden zu erreichen, wo sie, wie es Sitte bei den Windsbräuten ist, die Nacht bei einem Mann verbringt. Doch am Morgen verlässt sie ihn nicht, und damit beginnt das ganze Unheil.

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Stolperstein #1: doppelte Zeichensetzung und fehlender Absatz

xxx, blablabla. »So endlos wie du, hat noch keine Windsbraut versucht, Reiten zu lernen«., riefen sie ihr zu, wenn sie wieder einmal daneben griff.

Analyse: Vor dieser wörtlichen Rede hätte unbedingt ein Absatz hingemusst. So stockte ich einen Moment, um mich zu orientieren. Ich hätte es als unwichtigen Ruckler abgetan, wäre nicht sofort im nächsten Satz der überflüssige Punkt aufgetaucht. Das hat mich dann endgültig aus dem Trott gebracht.

Stolperstein #2: Deklination von orange

Der Himmel nahm nach und nach eine orangene Färbung an.

Analyse: Ich weiß, dass man im Umgangssprachlichen die Farbe orange an den Satz anpasst, doch als Autorin sollte man es besser wissen. An dieser Stelle hätte es „eine orange“ oder „eine orangefarbene“ heißen müssen (da dann das Wort -farbe/Färbung doppelt gewesen wäre, hätte man es vielleicht als „einen oragenfarbenen Ton“ beschreiben können). Ich zitiere dazu mal einen von Wiktionary.org:

… ‚lila‘, ‚khaki‘ und ‚rosa‘ sind (standardsprachlich) nicht deklinierbar, da sie auf einen einfachen Vokal enden. ‚Orange‘ endet … auch auf einen Vokal, der letzte Vokal wird aber so wie bei beige nicht ausgesprochen. Das ist meiner Meinung nach der Grund, warum die deklinierten Formen hier so verbreitet sind … — Betterknower

Kudo #1: tolle Idee

Analyse: Als Kind liebte ich eine Geschichte aus einem meiner Märchenbücher ganz besonders, die der Windsbraut Edeltraud (ich besitze das Buch noch immer, auch wenn es über die Jahre sehr gelitten hat). Umso mehr hat es mich gefreut, dass hier jemand die Idee aufgegriffen hat, es könne Windsbräute geben. Und dann die Umsetzung. Die Geschichte hat mich von Anfang an gefesselt. Ich bin jetzt halb durch und kann es kaum erwarten, im Kurheim anzukommen, damit ich sie zu Ende lesen kann.

Vor dem Erben kommt das Sterben – Ulrike Blatter

Published / by Katharina Gerlach / 1 Kommentar zu Vor dem Erben kommt das Sterben – Ulrike Blatter
Achtung: Dies ist ein Härtetest, der nicht mit einer Rezension verwechselt werden darf. Für eine Rezension lese ich den ganzen Text, bevor ich ihn beurteile. Der SoS-Test entspricht im Prinzip dem, was der Lektor eines Verlages tut, dessen Hauptaufgabe das Aussortieren von Manuskripten ist.

Vor dem Erben kommt das Sterben - Ulrike Blatter | Spannung ohne Stolpersteine, die als Lara geboren wurde,Heute sehen wir, dass ein wiederkehrender Fehler den Lesegenuss stören kann, auch wenn er mit dem Inhalt des Textes gar nichts zu tun hat.

Der Anfang der Geschichte: Blanche kehrt nach Köln zurück, um ein neues Leben anzufangen. Der Mutter gefällt es nicht wirklich, hat sie mit ihrer Tochter doch bisher wenig Positives erlebt. Trotzdem stellt sie ihr ihre ursprüngliche Wohnung im Severinsviertel zur Verfügung. Und die Bauarbeiten am neuen U-Bahn Tunnel kommen unaufhörlich näher.

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Stolperstein #1: Formatierungsfehler

Analyse: Im Roman sind Szenenwechsel oder Zeitsprünge durch Absätze getrennt, die drei Sterne enthalten. Das ist richtig und erleichtert das Lesen. Daher war ich leicht befremdet, als ein leerer Absatz ohne Sterne auftauchte. Außerdem ging es anschließend ohne oben genannte Gründe weiter (ich habe später im Quellcode nachgesehen, und an diesen Stellen ist ein geschütztes Leerzeichen [ ] eingebaut, das dort nicht hingehört). Ich ließ mich nicht stören. Aber als dann immer mehr dieser leeren Absätze auftauchten, lenkte es mich doch ab. Bald hielt ich intensiv nach weiteren Formatierungsfehlern Ausschau und musste mich zwingen, mich wieder auf den eigentlichen Text zu konzentrieren. Daher ein Stolperstein.

Stolperstein #2: fehlende Absätze

Zitat: Sie sagte es in einem Tonfall, als habe sie ein festes Ziel. Mutter blieb sitzen: „Wo willst du denn hin?“ „Ich komme schon klar.“ „Nun hau doch nicht gleich wieder ab. Du bist doch gerade erst gekommen.“ Lisbeth, stand auf und …

Analyse: Diese Textstelle steht genau so formatiert im Buch, dabei ist es für das Leseverständnis unumgänglich, vor jedem neuen Sprecher einen Absatz einzufügen. Nur wenn nach dem „sagte er“ (oder was immer als Ersatz eingefügt ist) die gleiche Person weiterspricht, kommt kein Absatz.

Es hieße also:

„Ich gehe jetzt in die Schule.“ Tobi stopfte sein Brot in den Ranzen. „Ich warte nicht länger auf dich.“

oder

„Ich gehe jetzt in die Schule.“ Tobi stopfte sein Brot in den Ranzen.
„Wartest du auf mich?“ Susie kam die Treppe herab.

aber niemals

„Ich gehe jetzt in die Schule.“ Tobi stapfte zur Tür. „Wartest du auf mich?“ Susie kam die Treppe herab.

Wie wichtig Absätze sind zeigt diese Version:

„Ich gehe jetzt in die Schule.“ Tobi stopfte sein Brot in den Ranzen. „Wartest du auf mich?“
Susie kam die Treppe herab.

Hier geht der/die LeserIn automatisch davon aus, dass Tobi weiterredet und wundert sich vielleicht, dass dann Susie hinter ihm herläuft. Sollte sie nicht auf ihn warten?

Diese Art der Absatz-Verteilung ist mir mehrfach untergekommen. Nicht so oft wie der Formatierungsfehler, aber oft genug, dass ich einen Stolperstein vergeben habe.

Kudo #1: interessanter Start

Analyse: Ich habe mich von der ersten Zeile an gut unterhalten gefühlt. Das ist vielversprechend. Besonders Cleo, die ewige Katze, hat mich erwischt, und dass, obwohl ich eigentlich Hunde bevorzuge.

Abschließende Bemerkung: Als ich dann weiterlas, tauchten einige Zeilen des Refrains eines sehr bekannten Lieds auf, dessen Entstehung aber noch keine 75 Jahre zurück liegt. Das kann zu großen Problemen führen, da Liedtexte sehr kurz und ihre Schöpfer recht prozessierfreudig sind. Will man also einen Rechtsstreit wegen Verstößen gegen das Copyright-Gesetz vermeiden, sollte man darauf verzichten, Liedtexte zu zitieren.

Die Dreizehnte Fee: Entzaubert – Julia Adrian

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Achtung: Dies ist ein Härtetest, der nicht mit einer Rezension verwechselt werden darf. Für eine Rezension lese ich den ganzen Text, bevor ich ihn beurteile. Der SoS-Test entspricht im Prinzip dem, was der Lektor eines Verlages tut, dessen Hauptaufgabe das Aussortieren von Manuskripten ist.

Die Dreizehnte Fee: Entzaubert - Julia Adrian | Spannung ohne StolpersteineHeute sehen wir, dass für mich bei manchen Texten der Sport zu kurz kommt, und dass das gut ist.

Der Anfang der Geschichte: Die dreizehnte Fee wird von ihrer Schwester, der Schneekönigin in ihr Schloss im Norden gebracht, damit dort über sie Recht gesprochen werden kann. Doch das ist lange nicht so einfach, wie sich das die verbliebenen Feen vorstellen. Denn es ist die Königin, mit der sie es zu tun bekommen.

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Kudo #1: so einen spannenden Anfang hatte ich noch nie

Analyse: Ich habe schon nach wenigen Seiten vergessen, dass ich eigentlich die Treppe hinauf und hinunter gehen wollte. Ich habe nur noch dagesessen und gelesen, bis ich das Buch ganz durch hatte. Und das hat eindeutig länger gedauert als 40 Minuten. Die Figuren sind interessant und packen einen trotz der düsteren Grundstimmung des Buches sofort. Mich haben sie (zum Leidwesen meiner Familie) nicht mehr losgelassen.

Aquaphobie – Susanne Gerdom

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Achtung: Dies ist ein Härtetest, der nicht mit einer Rezension verwechselt werden darf. Für eine Rezension lese ich den ganzen Text, bevor ich ihn beurteile. Der SoS-Test entspricht im Prinzip dem, was der Lektor eines Verlages tut, dessen Hauptaufgabe das Aussortieren von Manuskripten ist.

Aquaphobie - Susanne gerdom | Spannung ohne StolpersteineHeute sehen wir dass eine SciFi-Geschichte selbst dann funktionieren kann, wenn die Grundidee fehlerhaft ist.

Der Anfang der Geschichte: Ferron ist eine Mezcla, ein Mischling zwischen Alien und Mensch, die ihren Lebensunterhalt durch den verkauf illegaler Drogen finanziert. Schnell findet man heraus, dass sie eine Undercover-Polizistin ist. Doch dann wird sie von ihrem derzeitigen Fall abgezogen, um im Fall von illegalen Dateports zu ermitteln, Geräten, die Informationen direkt ins Gehirn übertragen.

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Stolperstein #1: Wissenschaft in Science Fiction

Analyse: Das Buch ist ganz klar Science-Fiction. Prima, ich liebe SciFi. Doch die Grundidee geht gegen alles, was ich in meiner Zeit an der Forst-Uni gelernt habe. Wenn es schon auf der Erde unmöglich ist, zwei recht nah verwandte Spezies (in galaktischen Maßstäben gemessen) erfolgreich ohne Gentechnik zu kreuzen, um wieviel unwahrscheinlicher ist eine erfolgreiche, natürliche Vermehrung von Alien mit Menschen (das stört mich übrigens auch bei StarTrek)?

Wenn man eine solche Vermehrung einführt, sollte sie nicht wenigstens Konsequenzen haben? Bei Kreuzungen von Eseln und Pferden sind die Nachfahren (Maultiere und Maulesel) nicht vermehrungsfähig. Eine Konsequenz wie diese oder zumindest eine lockere Erklärung, warum die Kreuzungen erfolgreich waren, hätte ich mir gleich am Anfang des Buches gewünscht, um die Prämisse verdauen zu können.

Interessant ist übrigens, dass mich die Prämisse in einem Fantasy-Roman gar nicht gestört hätte. Fantasy erhebt nicht den Anspruch, sich (zumindest überwiegend) an wissenschaftliche Gegebenheiten zu halten. Doch das Science (=Wissenschaft) in SciFi weckt eben bestimmte Erwartungen.

Kudo #1: interessanter Einstieg

Analyse: Nachdem ich die Prämisse endlich geschluckt hatte und sonst keine weiteren Stolperfallen finden konnte, hat mir der Anfang der Geschichte gut gefallen. Ich werde sie auf alle Fälle zuende lesen.

Centro: Dunkle Erinnerungen — Katharina Groth

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Achtung: Dies ist ein Härtetest, der nicht mit einer Rezension verwechselt werden darf. Für eine Rezension lese ich den ganzen Text, bevor ich ihn beurteile. Der SoS-Test entspricht im Prinzip dem, was der Lektor eines Verlages tut, dessen Hauptaufgabe das Aussortieren von Manuskripten ist.

Centro: Dunkle Erinnerungen - Katharina Groth | Spannung ohne StolpersteineHeute sehen wir, dass 40 Minuten manchmal zu viel sind. Ich war mit dem Buch durch, bevor meine Trainingsstunde zu Ende war. Deshalb zähle ich dieses Buch zu den Gewinnern, auch wenn die Obermarke nicht erreicht ist.

Der Anfang der Geschichte: ist als Klischee verschrien, da ein Mädchen ohne Erinnerungen aufwacht. Doch in dieser Geschichte ist das so gut gehandhabt, dass man vom ersten Wort an mitfiebert.

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Stolperstein #1: einige, wenige Rechtschreibfehlerchen

Analyse: Ich habe in der ganzen Geschichte 7 kleine Rechtschreibfehler und ein fehlendes Komma entdeckt. Verglichen mit vielen Indie-Publikationen und auch mit solchen von großen Verlagen ist das sehr, sehr gut.

Kudo #1: Verständnis der Geschichte

Analyse: Ich habe die Geschichte ohne Einschränkungen verstehen können, obwohl ich den Rest der Serie (noch) nicht kenne. Das ist selten, insbesondere wenn die Ereignisse innerhalb der Serie aufeinander aufbauen. Ich bin begeistert.

Joli Rouge – Alexandra Fischer

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Achtung: Dies ist ein Härtetest, der nicht mit einer Rezension verwechselt werden darf. Für eine Rezension lese ich den ganzen Text, bevor ich ihn beurteile. Der SoS-Test entspricht im Prinzip dem, was der Lektor eines Verlages tut, dessen Hauptaufgabe das Aussortieren von Manuskripten ist.

Joli Rouge - Alexandra Fischer | Spannung ohne StolpersteineHeute sehen wir das ein Text alles richtig machen kann, und ich trotzdem ein paar Mal stolpere.

Der Anfang der Geschichte: Ein junger Mann, ein wenig ängstlich und übervorsichtig, arbeitet als Pirat, obwohl er Blut hasst. Dabei rettet er eine indianische Schönheit vor den Spaniern und erhält sie zur Ehefrau. Als die Tochter der beiden in die Pubertät kommt, bringt sie durch ihre Unbeherrschtheit beinahe ihren geliebten, geistig zurückgebliebenen Bruder um.

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Stolperstein #1: Diskrepanz zwischen Wortwahl und Charakter

„…glaubte, ein drakonisches Grinsen auszumachen“

Analyse: Die ersten Szenen sind komplett aus Sicht des zukünftigen Vaters der Hauptperson geschrieben, der als Sohn einer „Hexe“ nach Amerika geflüchtet ist. Ich bezweifle, dass er das Wort drakonisch kennt. Wenn man, so wie hier, tief in eine Figur kriecht und ihre Gefühle darstellt und die Welt aus ihrer Sicht schildert, muss man die daraus resultierenden Einschränkungen bedenken.

Stolperstein #2: POV-Wechsel bitte deutlich machen

Analyse: Der Anfang der Geschichte wird aus Sicht des Vaters der Hauptperson geschildert. Dann folgt ein Stück aus Sicht der Hauptperson, gefolgt von einer Szene, die wieder aus Sicht des Vaters geschildert ist. Dummerweise war zwischen den letzten beiden keine Leerzeile, so dass ich irritiert innehalten musste, als plötzlich wieder Émile zur POV-Figur wurde. Ich empfehle bei bewusst gewählten Wechseln der POV-Figur, was dies eindeutig war, eine Leerzeile oder ein Trennzeichen (z.B. ***) einzufügen. Das erleichtert das Textverständnis.

Stolperstein #3: außer Konkurrenz, da nach 44 Minuten

… verwahrte seine Gebeine in einer Kalebasse auf …

Analyse: Es heißt entweder „verwahrte er seine Gebeine“ oder „bewahrte er seine Gebeine auf“. 😀

Kudo #1: Piratin!!!

Analyse: Piraten sind beliebt, das weiß man spätestens seit „Fluch der Karibik“. Dabei aber eine Frau in den Mittelpunkt zu stellen, obwohl bis heute viele Seemänner immer noch der Meinung sind, Frauen an Bord würden Unglück bringen, hat mich begeistert.

Regen für Juma – Katharina Gerlach

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Achtung: Dies ist ein Härtetest, der nicht mit einer Rezension verwechselt werden darf. Für eine Rezension lese ich den ganzen Text, bevor ich ihn beurteile. Der SoS-Test entspricht im Prinzip dem, was der Lektor eines Verlages tut, dessen Hauptaufgabe das Aussortieren von Manuskripten ist.

Regen für Juma - name | Spannung ohne StolpersteineHeute sehen wir, dass eine Autorin vielleicht nicht unbedingt ihren eigenen Text kritisieren sollte. Ich wage trotzdem einen Versuch. 😀

Der Anfang der Geschichte: Juma geht mit ihrer Familie zum Hauptdorf des Stammes, wo sie ihre Ausbildung zur Stammesführerin beginnen will. Doch ihre Cousine will diesen Posten ebenfalls und so geraten sie aneinander.

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Stolperstein #1: Recherchefehler

Analyse: Gleich am Anfang wir ein Kleidungsstück erwähnt, das Kikoi genannt wird. Das ist ein Tuch, das je nach bedarf als Umhang oder als Decke benutzt werden kann. Sein Ursprung liegt bei den Swahili, die hier dargestellte Kultur sind die Nok, die lange vor den Swahili lebten und über die man so gut wie gar nichts weiß. Es ist unwahrscheinlich, dass die Nok dasselbe Wort verwendeten wie die Swahili. Hier wäre ein ausgedachtes Wort vermutlich besser gewesen.

Stolperstein #2: fehlende Vorstellung von Charakteren

„Vanamate sei Dank“ und wenig später „den Schlaf des Namenlosen“

Analyse: Gleich an zwei Stellen werden Namen von Charakteren eingeführt, ohne weitere Erklärung. Beim ersten Namen kann man an Hand der gebräuchlichen Redewendung „Gott sei Dank“ noch darauf schließen, dass es sich eventuell um einen Gott oder eine Göttin handelt. Beim zweiten Namen ist zunächst unklar, wer der Namenlose ist. Daher ist es auch schwer zu beurteilen, in wie weit diese Charaktere für die weitere Handlung nötig sind.

Dieses Problem tritt in Fantasy-Geschichten oft auf. Zu viele Informationen sind hier ebenso tödlich wie zu wenige. Glücklicherweise werden beide Namen im Laufe der Geschichte ausreichend erklärt, und zwar ohne Info-dumps, so dass der Stolperer nicht zu einer dauerhaften Störung des Lesegenusses führt. Trotzdem hätte man die beiden Namen bei ihrer Vorstellung mit etwas mehr Informationen einbringen können. Ein halber Satz hätte schon genügt.

Kudo #1: interessante Welt

Analyse: Die Autorin zeigt den Lesern eine Welt, in der Götter real sind und gefährlich. Gleichzeitig haucht sie einer lange vergessenen Kultur neues Leben ein. Dass sie dafür ein Matriarchat wählt finde ich persönlich besonders gelungen.

Dux Aquilaura – David Pawn

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Dux Aquilaura - David Pawn | Spannung ohne StolpersteineHeute sehen wir, dass sympathische Charaktere automatisch Spannung erzeugen, wenn man sie in interessante Situationen bringt.

Der Anfang der Geschichte: Ex-Besenmacher Sophus und seine Angebetete besuchen ein lokales Quidditch-Spiel, bei dem der Star der Werningeröder Werwölfe bewusstlos vom Besen stürzt.

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Stolperstein #1: falsches Wort

Sie deutete flüchtig auch sich selbst.

Analyse: Das muss „auf sich selbst“ heißen. Ich habe es aber erst bemerkt, nachdem ich mich mehrfach gefragt habe, „wieso auch?“ Daher gibt es einen Stolperstein.

Kudo #1: tolle Sätze und Katharina-kompatibler Humor

„Das Leben ist kein Ponyhof – das erkennen Sie schon an den vielen Eseln, die überall herumlaufen.“

Analyse: Das ist nur ein Beispiel von der hinteren Mitte des Buches, aber es ist mein Lieblingssatz aus diesem Buch (und auf viele Situationen anwendbar). David Pawns Humor liegt mir, und das ist gar nicht so leicht, weil ich irgendwie mit dem derzeit üblichen platten Humor der deutschen Humoristen-Szene nicht zurecht komme.

Kudo #2: Ein Wagnis

Analyse: Um es klar zu sagen, ich liebe die Geschichten um Sophus Schlosser und seine Freunde. David Pawns leiser Humor macht diese Bücher für mich zu einem echten Leseerlebnis. Allerdings mache ich mir große Sorgen, was die Sache mit dem Copyright angeht. Selbstverständlich verweist der Autor auf die Quellen von Harry Potter und listet akribisch alle aus dem Original benutzten Worte in einem Anhang auf. Auch sind seine Geschichten völlig unabhängig von Rowlings Universum. Die Welt, die David Pawn erschafft, ist in sich eigenständig, auch wenn sie sich ans Potterversum anlehnt. Fan-Fiction ist dies garantiert nicht mehr. Aber reicht das, wenn es wirklich mal zu Copyright-Verletzungsvorwürfen kommen sollte? Mir egal. Ich werde jedes weitere Buch verschlingen, dass er veröffentlicht.

Lena Stern: Thanatos – Ulli Eike

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Lena Stern: Thanatos - Ulli Stein | Spannung ohne StolpersteineHeute sehen wir, dass Krimis, was Spannung angeht, ein Sonderfall sind.

Der Anfang der Geschichte: Eine junge Frau, zur Prostitution gezwungen, steigt zu einem Mann mit eiskalten Augen in den Wagen. Später kommt Kriminalhauptkommissarin Lena Stern auf Dortmund’s Hauptbahnhof an und bekommt sofort Probleme.

 
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Stolperstein #1: Wortwiederholung

Die beiden verwahrlost aussehenden Jugendlichen stoppten wie vom Blitz getroffen, starrten Lena eine Sekunde lang an und tauschten dann untereinander einen schnellen Blick. Dann wandten sie sich wie auf Kommando um und trabten … davon.

Analyse: Durch die Wortwiederholung holpert dieser Absatz. Nötig wäre das zweite „dann“ gar nicht, da es für den zweiten Satz auch elegantere Satzanfänge gegeben hätte (z.B.: kreidebleich oder wortlos oder einfach sie).

Stolperstein #2: zu spät einsetzender Hauptkonflikt

Analyse: Die erste Szene macht klar, dass die junge Zwangsprostituierte in großen Schwierigkeiten steckt. Das ist gut gelungen. Dann folgen durchaus spannende Szenen auf dem Bahnhof, die klar machen, dass sich Lena nicht immer ganz nach Vorschrift verhält. Auch gut gelungen. Doch dann kam die Vorstellung im Büro. Auch hier wurden wieder zukünftige Konflikte angedeutet, was im Prinzip richtig ist. Leider wurde die Szene dadurch länger, als es dem Spannungsbogen gut tat. Ich merkte bald, dass ich mich ständig fragte, wann der eigentliche Krimi denn endlich losginge. Die Zeile „Leiche im Horstmarer See“ hat mich dann glücklicherweise erlöst. Von da an habe ich im ganzen Buch keine einzige Szene gefunden, bei der die Spannung durchhing.

Eine richtige Lösung für das Problem mit den Vorstellungen habe ich aber nicht. Wenn jemand eine neue Arbeitsstelle betritt, ist eine solche Vorstellungsrunde üblich. Aber muss ein Roman immer genau dem wahren Leben folgen? Vielleicht wäre es spannender gewesen, wenn die Wasserleiche gleich nach dem Treffen mit Lenas Vorgesetzter angekündigt worden wäre und sie ihre anderen Kollegen erst im Laufe der Ermittlungen näher kennengelernt hätte.

Kudo #1: nahezu ununterbrochen spannend

Analyse: Was für die meisten Romane wichtig ist, ist für Krimis unerlässlich: Spannung, die niemals abreißt. Ich gebe zu, dass ich mittlerweile durch die vielen Bücher, die ich bereits gelesen habe, sehr empfindlich geworden bin, wenn ein Spannungsbogen nicht stimmt. Umso mehr freut es mich, sagen zu können, dass dieses Buch, von dem oben angemerkten abgesehen, keine Durchhänger hat. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen.

ein Gesamtproblem: Da das Buch, abgesehen von den Stolperern, sehr spannend und angenehm zu lesen war, habe ich es in einem Rutsch zuende gelesen. Dabei ist mir aufgefallen, dass das in der ersten Szene angesprochene Problem der Zwangsprostitution, auf die der Autor ziemlich viel Zeit und Emotionen verwendet hat, komplett aus der Geschichte verschwunden war. Ich kann nur hoffen, dass es in den Folgebänden eine wichtigere Rolle spielen wird, sonst würde ich mich als LeserIn betrogen fühlen. Leser erachten alles für wichtig, was der Autor beim Schreiben besonders hervorhebt, daher fehlte mir der Bogen. Ich bin aber gewillt, auf weitere Bände der Serie zu warten, um zu sehen, ob sich dieser Handlungsfaden noch auflösen wird.